Samstag, 21 Mai, 2022

Produktionsausfälle

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Automobilindustrie sieht sich vor großen Problemen

Die “Just in Time” Logik der großen Automobilhersteller und der hohe Industrialisierungsgrad der deutschen Wirtschaft treffen die Automobilhersteller, die Zulieferer und die Logistik Branche mit einem nie gekannten Ausmaß.

Laut Ifo-Institut ist die Autobranche die am heftigsten von Lieferengpässen mit Vorprodukten, insbesondere Computerchips, betroffene Branche. Denn in einem modernen Auto der oberen Mittelklasse sind bis zu 1000 Halbleiter verbaut; Elektroautos benötigen sogar 1200 bis 1400 davon! Tendenz stark steigend. Computer-Mutanten wie fahrerlose Roboterautos quellen gar über vor Speicherchips.

Erschwerend kommt hinzu, dass in der Gegenwart der Weltmarkt für Speicherchips von Billig-Produzenten aus Asien beherrscht wird. Europa: Fehlanzeige. Trotz hoher staatlicher Förderung durch EU und Bundesregierung wird sich daran so schnell nichts ändern. Denn Geld allein produziert keine Chips. Der Bau neuer Chipfabriken dauert mehrere Jahre. Zwischen Produktionsbeginn und Einbau eines Halbleiters in ein Fahrzeug vergehen ebenfalls nicht selten zwei bis drei Jahre. Die Schlussfolgerung aus all dem kann nur heißen: Ein baldiges Ende der Versorgungskrise ist für die deutsche Autoindustrie nicht in Sicht.

Branchenübergreifende Problematik

Die Chipkrise wirkt nicht nur in der Autoindustrie, sondern hinterlässt in der gesamten deutschen Wirtschaft negative Spuren . Das allgemeine Konjunkturklima, das bisher in allen Branchen auf Erholung von der Corona-Krise ausgerichtet war, trübt sich ein.

Selbst für Ökonomen sehen die neuesten Konjunkturindikatoren sehr nach drohender Rezession aus. Das Ifo-Geschäftsklima, der konjunkturelle Frühindikator der deutschen Wirtschaft, sinkt seit drei Monaten in Folge, die Auftragseingänge in der Industrie brachen im August um 7,7 Prozent, die Industrieproduktion um 4 Prozent gegenüber dem Vormonat ein, ebenso die Exporte, die zuvor 15 Monate in Folge gestiegen waren.

Die Arbeitslosigkeit wird steigen und damit der neuen Bundesregierung die ersten Geduldsproben abverlangen, denn jeder wird zwangsläufig nach Berlin sehen, wie die regierenden mit dieser zunehmenden Problematik umgehen werden.

Expertenstimmen – Krise wird sehr lange andauern

Infineon-Chef Reinhard Ploss hält es für möglich, dass die Knappheit bei den Fertigungsbetrieben der Chip-Hersteller noch bis 2023 anhalten könnte.

Intel, Samsung und TSMC haben eine deutliche Aufstockung ihrer Kapazitäten angekündigt. TSMC will in den nächsten Jahren 100 Milliarden US-Dollar in die Produktionssteigerung investieren, um die steigende Nachfrage nach Halbleitern zu befriedigen, so das Wall Street Journal. Der kalifornische Halbleiterhersteller Intel will seine Produktionskapazitäten ausbauen und auch verstärkt in die Auftragsfertigung einsteigen. Bis zu 20 Milliarden US-Dollar will Intel für den Bau zwei neuer Werke in Arizona in die Hand nehmen.

Auch in Europa sollen Kapazitäten ausgebaut werden. Der südkoreanische Elektronikkonzern Samsung stockt sein Investment auf insgesamt 151 Milliarden US-Dollar auf. Doch die Wirkung wird sich erst bis 2030 zeigen, solange kann es immer wieder zu Engpassen kommen.

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